Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. Apg 26,22

 

Im Jahr 1521 ruft Kaiser Karl V. in Worms den Kurfürstenrat, den Reichsfürstenrat und den Städterat zu einem Reichstag zusammen. Auch der ehemalige Mönch und Reformator Martin Luther ist geladen, um sich vor dem erlauchten Gremium zu verantworten.

Am Sonntag und Montag dem 17./18. April 1521 wird er angehört und man verlangt von ihm, dass er seine reformatorischen Ansichten und Erkenntnisse, die er aufgrund seines Bibelstudiums und seines Ringens mit Gott gewonnen hat, widerruft. Aber Luther bleibt standfest, so dass er am Ende den legendären Satz sagt: „Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“

 

Immer wieder haben in der Geschichte des Christentums Menschen diese Entschiedenheit an den Tag gelegt. Sie hatten Gottes verändernde Kraft und seine grenzenlose Liebe erfahren und hatten ihn auch in seinem Wort erkannt. Gott hatte ihnen ihre Schuld vergeben und hatte ihnen neues ewiges Leben geschenkt. Deshalb konnten sie nicht schweigen, sondern erzählten von Gottes Taten in ihrem Leben. So auch der Apostel Paulus, der vor den König Agrippa geschleppt wurde. Auch er berichtet von Gottes Handeln in seiner Lebensgeschichte. Davon, wie Gottes Geduld und Liebe ihm nachgegangen ist und er von einem grausamen Verfolger der Christen zu einem glühenden Nachfolger Jesu wurde. Wer solch eine Verwandlung erlebt, der kann nicht schweigen. Oder doch? Wir Christen tun uns manchmal schwer, von dem Gott zu reden, der unsere Hilfe und unsere Rettung ist. Und ein mutiges Bekenntnis zu dem lebendigen Gott, auch wenn es Nachteile mit sich bringt und uns der Gegenwind der Mehrheitsmeinung

ins Gesicht weht, fällt uns nicht immer leicht.

Manchmal sind wir Christen stumm wie die Fische,

die wir aufgeklebt auf unseren Autos spazieren fahren.

Hier werden wir durch das Beispiel des Apostels Paulus ermutigt, Farbe zu bekennen und „Butter bei die Fische zu geben“. Ein Zeuge hat dabei nicht mehr zu tun, als das zu berichten, was er erlebt hat – nicht mehr aber auch nicht weniger. Das Überzeugen ist dann Gottes Sache.

Gott aber wird dieses Zeugnis gebrauchen, so dass sich eine ganze Reformation seiner verändernden Liebe Bahn bricht.

Damit dürfen wir rechnen.

 

Seien wir alle gesegnet mit Mut und Standfestigkeit!

Herzlich grüßt Sie Ihr Pastor Thomas Scheffler