Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukas 1,78-79

 

Dieser Satz stammt aus einem Adventslied der Bibel. Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer singt es. Voller Freude lobt er darin seinen Gott, der die Dunkelheit und das Elend dieser Welt nicht tatenlos angeschaut hat, sondern der ein Licht anzündet. Damit Gottes Licht aber hell leuchten kann, braucht es einen Wegbereiter, eben diesen Johannes, den seine Frau wundersamer Weise erwartet. Auf Jesus, das Licht der Welt, soll er hinweisen, ihn wird er auf den Leuchter stellen – er selbst dagegen wird in den Hintergrund treten.

 

Als wir vor ein paar Jahren in Israel waren, wurden uns auch

die Chanukka-Leuchter vorgestellt. Sie haben im Gegensatz

zur Menora, die sieben Lichter hat, neun Lampen. Folgende

Geschichte steckt hinter dem Chanukka-Brauch. Der sieben-

armige Leuchter, der im Tempel stand, sollte eigentlich nie erlöschen.

Nach der späteren Überlieferung war aber aufgrund der Kämpfe mit den Seleukiden nur noch ein einziger Krug geweihtes Öl vorhanden. Dieses reichte gerade mal dazu, die Menora einen Tag lang brennen zu lassen. Um neues geweihtes Öl herstellen zu können, brauchte man aber 8 Tage. Durch ein Wunder habe jedoch das Licht der Menora acht Tage lang gebrannt – solange, bis neues Öl hergestellt war. Daran erinnern die acht Lichter der Chanukkia. Jeden Tag wird ein Licht angezündet, bis am Ende alle brennen. Was aber hat es mit dem 9. Lichterarm auf sich? Dieser neunte Arm mit seinem Licht ist der sog. Diener (hebr. Schamasch). Allein mit diesem dürfen die anderen Lichter entzündet werden. Damit der Chanukka-Leuchter in vollem Glanz erstrahlen kann, braucht es diesen Wegbereiter für das Licht.

Bis heute sucht Gott Menschen, die ihm und seinem Handeln den Weg bereiten und sich zunächst selbst entzünden lassen von Gottes Liebe. Bis heute hält Gott nach Wegbereitern Ausschau, die ihre Füße auf den Weg des Friedens richten. Bis heute möchte Gott uns gebrauchen, sein Licht zu denen zu bringen, die in Finsternis und Schatten des Todes sitzen. Menschen, die ihm den Weg bereiten und die Jesus, das Licht der Welt, auf den Leuchter stellen. Niemand muss dabei selbst eine große „Leuchte“ sein und Leuchtkraft aus sich selbst produzieren. Auf Jesus, der uns zuerst gedient hat und der dienend seinen Weg bis an Kreuz geht, gilt es hinzuweisen, ihm wollen wir den Weg bereiten, damit es hell wird in unserer Welt.

Eine lichtvolle Advents-und Weihnachtszeit auf diese Weise wünscht Ihnen Ihr Pastor Thomas Scheffler