Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott. Jes. 50,10

Unwillkürlich muss ich bei solch einem Monatsspruch an die Bergleute denken, die über die Jahrhunderte hinweg hier bei uns im Erzgebirge unter Tage schufteten. In tiefster Dunkelheit, die ein Kienspan oder eine Öllampe nur schemenhaft erleuchtete, verrichteten sie ihr hartes Tagewerk. In der Winterzeit liefen sie oft viele Kilometer im Finstern von ihren Wohnorten zum Bergwerk und fuhren in den Schacht ein. Nach getaner Arbeit kehrten sie – wieder in der der bereits hereingebrochenen Dunkelheit – nach Hause zurück. So entsteht in ihnen eine große Sehnsucht nach Licht, die sich dann in den vielen Beleuchtungen in der Weihnachtszeit hier im Erzgebirge widerspiegelt.

Sie wussten etwas von der Dunkelheit und angesichts der Gefahren unter Tage auch von unserer menschlichen Begrenztheit, von der Hinfälligkeit des menschlichen Lebens. Sie sehnten sich nach dem Licht. Jahrhundertelang hielten sie vor dem Einfahren in den Berg eine kurze Andacht, um sich Gott anzuvertrauen und Christus als das Licht dieser Welt anzubeten. Henry Thomas Buckle, englischer Historiker, sagte einmal:

„Die das Dunkel nicht fühlen, werden sich nie nach dem Licht umsehen.“

Wer heute aufmerksam in die Welt schaut, kann viele „Schwarze Löcher“, viel Dunkles und Beängstigendes, entdecken. Die Bibel beschreibt unser Leben fern von Gott als ein Leben in der Dunkelheit. In dieser Finsternis wuchert die Gewalt und der Hass in Worten und Taten, die Selbstverliebtheit, die Selbstgerechtigkeit und die Lieblosigkeit. Hier möchte Gott mit dem Licht seiner Liebe, das in Christus Mensch geworden ist, hell hineinscheinen. Jeder, der diesem Licht Christus die Tür öffnet und ihm glaubend sein Leben anvertraut, wird erfahren, dass er die dunklen Ecken ausleuchtet. Selbsterkenntnis gewinnt Raum und gleichzeitig ein dankbares und anbetendes Staunen über die Liebe und Vergebungsbereitschaft Gottes.

So werden „dunkle Gestalten“ zu Lichtträgern.

Und noch einen durchaus tröstenden Anstoß gibt mir dieser Monatsspruch. Wo immer wir Menschen uns in dunklen, schmerzhaften und zutiefst traurigen Lebenssituationen befinden, dürfen wir uns Gott anvertrauen und erleben, dass er uns mit seiner liebevollen Gegenwart tröstet.

So sind wir ermutigt, auf Christus zu vertrauen und seine Liebe

und Hoffnung weiterzugeben. Denn es ist bekanntlich besser

ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit der Welt zu klagen.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

wünscht Ihnen/Euch von Herzen Thomas Scheffler