Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt`s in einen löchrigen Beutel.

Hag 1,6

„Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt.“, so soll Charlie Chaplin einmal gesagt haben. Hauptsache uns geht es gut, Hauptsache wir haben unser Schäfchen ins Trockene gebracht und außerdem: Privat geht vor Katastrophe. So dachten etliche Heimkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft damals. Sie bauten ihre Häuser wieder auf und bepflanzten ihre Gärten, sie polierten ihre neuerworbenen Besitztümer. Und während sie in schicken neuen Behausungen wohnten, verfiel der Tempel Gottes immer mehr. Das Haus Gottes wieder herzu-stellen, dafür ist jetzt nicht die richtige Zeit oder dafür haben wir keine Zeit, so meinten die sonst so fleißigen Häuslebauer. Und so hatten sich in ihrem Denken und Handeln die Prioritäten verschoben. Gott und seine Sache rangierten ganz hinten auf der Prioritätenliste. Aber das hatte Folgen. Irgendwie rann ihnen der Erfolg durch die Finger. Sie setzten zwar viel Kraft ein, aber der Segen Gottes machte einen Bogen um sie.

Auch im Neuen Testament macht uns Jesus klar, was Priorität Nr. 1 in unserem Leben haben soll und welchen göttlichen „Zufall“ wir dann in der Umsetzung erleben können, wenn er sagt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ Mt 6,33

Wir sehen: Die Leute in Jerusalem damals und in unserer Zeit heute, sie richten sich ein in ihrem Leben. Das Private übernimmt die Regie. Und es gibt ja auch genug zu tun. Schließlich ist es wichtig, Häuser zu bauen, Karrieren zu planen, Ämter zu besetzen, Reisen zu machen, Kinder zu erziehen, Kranke zu versorgen... Na klar, wer könnte etwas dagegen einwenden? Und man kann ja trotzdem gläubig sein... Nur prägt der Glaube nicht mehr das alltägliche Leben. Die Hauptsache ist nicht mehr die Hauptsache. Aber dann gibt der Glaube auch keine Kraft, keinen Halt und auch keine Orientierung mehr. Gott hat immer weniger Raum im Alltag. Das „Haus Gottes“ liegt brach.

Haggai rüttelt sein Volk auf, wieder Gott in die Mitte zu rücken und ihm und seiner Sache die erste Priorität einzuräumen. Nicht selten beschenkt uns Gott dann nach seinem „Zufallsprinzip“, indem er uns das zufallen lässt, was wir für unser Leben benötigen. Und so mancher kann dann über das Wunder staunen, dass dort, wo der Beutel immer löchrig war, plötzlich genug da ist. So ganz nebenbei – weil Gott und seine Sache ins Zentrum gerückt wurde.

Im Ausprobieren dieses göttlichen Prinzips wünscht Ihnen/Euch viel Segen Ihr/Euer Thomas Scheffler