Online Monatsandacht
Das geistliche Wort zum aktuellen Monat!

Online Monatsandacht März
Das geistliche Wort im April, welches zeitgleich auch immer in unserem HERR-BERGE Journal erscheint. Jeder Bewohner erhält monatlich eine gedruckte Ausgabe des Journals.
Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
aus Johannes 20,29
Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Viele Jahre ist es her. Woche für Woche fuhr ich mit dem Zug von Zwickau über Berlin zum Theologischen Seminar nach Buckow. Immer gab es bis zum Anschlusszug ca. 2 Stunden Wartezeit in Berlin. Der einzige Ort, wo es im Winter einigermaßen warm war, war die Mitropa-Gaststätte und so saß ich immer mal wieder dort, eine Cola und meine hebräischen oder griechischen Vokabelkärtchen vor mir. Die ungewöhnlichen Schrift-zeichen erregten mitunter die Aufmerksamkeit von Tischnachbarn und so entspann sich relativ schnell ein Gespräch über den Glauben. Im Überschwang meiner ersten Erkenntnisse versuchte ich dann nicht selten, meine Gesprächspartner mit guten Argumenten vom Glauben zu überzeugen. Das gelang längst nicht so, wie ich mir das gewünscht hätte. Später wurde mir klar, dass kaum ein Mensch durch wirkliche oder angebliche Beweise zum Glauben kommt und dass es folglich besser ist, von eigenen Glaubenserfahrungen zu erzählen und zu bezeugen, wer Jesus Christus für mich ist. Das Überzeugen darf ich dann getrost Gott selber überlassen.
Auch Thomas sucht Beweise in seinem Zweifel. Er will die Nägelmale von Jesus sehen und seine verwundete Seite fühlen. Er braucht Beweise, erst dann meint er, glauben zu können. Und Jesus lässt sich darauf ein. Aber sogleich gibt er ihm und damit uns allen zu verstehen: Der Glaube entsteht nicht zuerst durch Beweise, sondern durch Begegnung. Wo immer wir Jesus Christus begegnen und erleben, dass er unser Leben neu macht, dass er Schuld vergibt und in unser Herz hinein spricht, da beginnt Glaube zu wachsen. Ja, es kann sicher hilfreich sein, auch gute Argumente für den Glauben zu kennen, entscheidend aber ist, dass ich mich auf sein Wort und seine Einladung einlasse und dann Schritte des vertrauenden Gehorsams gehe. Auch später kann es ja geschehen, dass ich nichts, rein gar nichts von Gottes Nähe spüre. Und dann gilt es auch hier dennoch darauf zu vertrauen, dass ER da ist.
An die Kellerwand eines Konzentrationslagers hatte während des Holocaust ein jüdischer Gefangener den berührenden Satz geschrieben: „Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht spüren kann. Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.“ Diesen Glauben wünsche ich auch uns.
Herzlichst Ihr/Euer Thomas Scheffler