Online Monatsandacht
Das geistliche Wort zum aktuellen Monat!

Online Monatsandacht Juli
Das geistliche Wort im Juli, welches zeitgleich auch immer in unserem HERR-BERGE Journal erscheint. Jeder Bewohner erhält monatlich eine gedruckte Ausgabe des Journals.
Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Amos 5,24
Was verstehen wir eigentlich unter Recht und Gerechtigkeit,
liebe Leser? Das, was wir gern für uns geltend machen? Vor allem dann, wenn wir uns benachteiligt fühlen? Oder sind Recht und Gerechtigkeit die Segnungen z.B. einer Gesellschaft, die sie - ohne Ansehen der Person - jedermann gleichermaßen austeilt? Austeilen nach dem Gießkannenprinzip sozusagen? Lassen wir mal das Wasserbild des Amos auf uns wirken. Bedenken wir dabei, dass in Israel bis heute Wasser eine knappe Ressource ist. Wer schon einmal in Israel war und die Tröpfchenbewässerung der gepflanzten Bäume bestaunen konnte, bekommt eine Ahnung davon. Es wäre auch undenkbar, dort das knappe Trinkwasser für die Toilettenspülung zu nutzen. Dafür gibt es einen separaten Brauchwasserkreislauf.
Wenn nun also Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach fließen soll (um den Durst der Menschen zu löschen), dann nicht auf der Grundlage von Überfluss. Vielmehr angesichts von knappen Ressourcen.
„In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Preise und angekündigter Reformen des Sozialstaates wirkt Gerechtigkeit schnell wie ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Doch das Gegenteil ist der Fall: Gerechtigkeit ist die Grundlage für ein funktionierendes Zusammenleben. Ohne sie verlieren Menschen Vertrauen, Halt und Perspektive. Das Buch Amos erinnert daran, dass Gerechtigkeit kein Nebenprodukt guter Zeiten ist, sondern die Bedingung dafür, dass eine Gesellschaft stabil bleibt.“ (Dirk Sager in seiner Andacht zum Monatsspruch)
Bei alledem gibt es Gerechtigkeit bei Gott nicht nach dem Gießkannenprinzip. Die Augenbinde, die die römische Rechtsgöttin Justitia trägt, muss runter. Gerechtigkeit bei Gott sucht den Blickkontakt. Schaut den Menschen an, um ihm persönlich gerecht zu werden. Damit Recht und Gerechtigkeit auch unter uns fließen kann, müssen auch wir die Augenbinde ablegen und einander als bedürftige Menschen wahrnehmen. Das bewahrt uns davor, bei Gerechtigkeit zuerst an uns zu denken. Und das hilft uns, einander mit den Augen Gottes sehen zu lernen. Wir leben selbst von der Gerechtigkeit, die Gott uns schenkt, von dem Strom seiner Gnade. Durch uns soll dieser Strom nun weitergeleitet werden zu unseren Mitmenschen. Ob sie Gott bereits kennen oder nicht. Gerecht werden wir einander dabei nur ohne Augenbinde und Gießkanne. Dafür braucht es keinen unerschöpflichen Vorrat, sondern unsere Freude am personenorientierten, maßgeschneiderten Teilen.
Gute Erfahrungen beim Austeilen und Empfangen wünscht Euch Euer Michael Schubach