Online Monatsandacht
Das geistliche Wort zum aktuellen Monat!

Online Monatsandacht Oktober
Das geistliche Wort im Oktober, welches zeitgleich auch immer in unserem HERR-BERGE Journal erscheint. Jeder Bewohner erhält monatlich eine gedruckte Ausgabe des Journals.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit!So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Galater 5,1
Freiheit! Welch tiefe Sehnsucht hatten die Menschen damals 1989 in der ehemaligen DDR. Freiheit! Allerdings der Sehnsuchtsort lag für viele oft nur im Westen! Die Befreiung vom Joch ist eine berechtigte Sehnsucht. Es ist ein Privileg, glücklich in äußerer und innerer Freiheit leben zu dürfen! Versammlungsfreiheit, die Unverletzlichkeit der Wohnung, Redefreiheit, die Wahrung des Briefgeheimnisses und frei von jeglicher Zensur zu leben, kennzeichnen äußere Freiheit. Erst wenn diese Freiheiten verloren gehen, merkt man, was da fehlt.
Da wächst dann die Sehnsucht, das Joch der Knechtschaft abzulegen.
Für uns Menschen, die wir nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, bedeutet Freiheit aber auch die Freiheit, Aufgaben, die uns Gott vor die Füße legt, verantwortlich zu tun. Da, wo Menschen in der Verantwortung vor Gott leben, wächst Freiheit und Segen! - Schauen wir beispielsweise einmal auf die Gründungsgeschichte der Schweiz.
Obwohl in einem nachweislichen Bundesbrief von 1291 die späteren Schweizer Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden sich gegenseitigen Beistand zusicherten, beschreibt erst im Jahre 1804 Friedrich von Schiller diese Sehnsucht nach Freiheit eindrucksvoll in Wilhelm Tells „Rütlischwur“. Am 8.November 1307 schlossen sich - der Legende nach - drei Eidgenossen als Schweizer Gründungsväter in ihrer Freiheitssehnsucht auf der Rütliwiese zu einem Bund zusammen und sprachen: "Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern.
In keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren. Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen." - Echte äußere und innere Freiheit wächst nur dort, wo Menschen Gott vertrauen!
Die Menschenwürde wird wieder hergestellt, wenn wir verantwortlich vor dem Allerhöchsten leben! Nochmals: Die Würde des Menschen bleibt unantastbar, wo wir in der Verantwortung vor Gott leben! Erst mit Gottes Hilfe wird Angst und Bedrängendes, aber auch das Joch der Menschenfurcht überwunden. Und nur durch die Umkehr hin zu Jesus gelangen wir zu der Freiheit der Kinder Gottes! Wir können uns den Himmel nicht verdienen, indem wir "Großartiges" vollbringen. Und unser Monatsspruch warnt uns davor, dass wir in den Dingen, die wir selbst leisten, unsere ganze Lebensbefriedigung finden. Den Frieden mit Gott können wir uns nämlich nicht erarbeiten! Auch nicht, indem wir bestimmte Riten befolgen oder Gesetze einhalten. Das ewige Leben erhalten wir geschenkt, wenn wir zu Gott umkehren und hin zu Jesus finden.
Am Reformationstag denken wir daran, dass Martin Luthers Thesen-anschlag in Wittenberg unsere Weltgeschichte weitreichend verändert hat. Seine erste These lautet: „Da unser HERR und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße! ..., hat ER gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll." Also tut Buße und glaubt an das Evangelium! Durch die Umkehr hin zu Gott, das heißt durch die Annahme des stellvertretenden Leidens und Sterbens Jesu Christi für uns, erfahren wir eine Neugestaltung des Lebens und die Freiheit der Vergebung. Buße ist also Hinkehr zu Jesus, ja die Neuausrichtung des Lebens. Ein Leben mit Zukunftshoffnung! Dazu wird uns dann auch vom Heiligen Geist die nötige Geduld, ja Ausdauer und Kraft geschenkt.
Freiheit, die auf Gott hin ausgerichtet ist, prägt unser Leben und unsere Umwelt! Deshalb lade ich uns ein, dass wir uns unter dem Kreuz treffen. Nur dort erfahren wir persönliche Vergebung und innere Freiheit! Freiheit erfährst Du bei Gott - und gewährst sie dann auch deinem Nächsten! Martin Luther hat diese innere Freiheit erfahren, nachdem er im Jahre 1512 eine Antwort auf seine Lebensfrage fand: „WIE bekomme ich einen gnädigen Gott?“
Luthers Einsicht: „Sehen wir nicht auf das Kreuz, trifft uns Gottes Zorn! Schauen wir aber zum Kreuz, trifft uns Gottes Gnade! HERR Du bist meine Gerechtigkeit, ich aber deine Sünde !“
So dürfen wir Jesus einladen, dass ER auch in unser Leben als HERR eintritt! Wir dürfen dann unsere Erfahrungen mit Gott in aller Freiheit weiter erzählen.
Oft merken wir erst im Nachhinein, wie uns Gott als guter Vater getragen und bewahrt hat. Selbst im Krankenbett, im Rollstuhl oder mit Rollator dürfen wir zum Segensträger werden.
Solange wir leben ist es nicht zu spät, Jesu Freiheit zu erfahren !
Pfarrer i.R.Matthias Gnüchtel,